• Bobath Konzept

Bobath Konzept (KG-ZNS)

wird so bezeichnet nach K. und B. Bobath, die auf dem Gebiet der Rehabilitation von Hirngeschädigten geforscht und gearbeitet haben. Auf dieser Grundlage und aufgrund der Ergebnisse von F. Affolter und K.Coombes hat dann P.M. Davies die Anleitung zu einer umfassenden Behandlung von Patienten mit Hemiplegie (Schlaganfall und anderer Genese) entwickelt, die heute aktualisiert international angewendet wird.

“Von Anfang an müssen der Patient bzw. sein Rumpf und seine Extremitäten oft gestützt und geführt werden, damit wir ihm die natürlichen Perzeptionsstimuli, die Widerstände unserer gegenständlichen Umwelt wieder vermitteln.“ „Da es in der Wiederherstellung der körperlichen Funktionen nach einer Hirnläsion vor allem um dreidimensionale Erkennungs- und Bewegungsmuster geht, kommt der Informationsvermittlung über den taktilkinästetischen Kanal, also Spüren, die Hauptrolle zu.“ In der akuten Phase wird die Lagerung und Bewegung im Bett und Rollstuhl geübt. Selektive Bewegungen mit ökonomischem Kraftaufwand und das Wiederlernen von Gleichgewichtsreaktionen im Sitzen und Stehen sind immer Bestandteil einer Übungsstunde. Die Schulung des funktionellen Gehens und die Schulung der wiederkehrende Hand- und Armfunktion sind Übungsfelder, die auch früh vorbereitet werden. Geführte Bewegungen unter Sicht und wichtiger noch unter Spüren (Druck, Lage) bilden die Übungen, die früh den Muskeltonus der betroffenen Seite regulieren wollen und normale Bewegungen anbahnen durch die neue neuronale Vernetzung. Und das, bevor die Kompensation über die nicht betroffene Seite überhand nehmen kann.

Besonders in dieser Arbeit ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Pflegekräften und Angehörigen von großer Bedeutung.

Durch frühzeitigen Einsatz des Konzeptes werden Sekundärschäden vermieden. Ein großer Teil der Patienten erreicht vollständige oder fast vollständige Unabhängigkeit von Hilfspersonen im Alltag.